Befragt man "moderne" Zeitgenossen, nach welchen Kriterien sie heute ihren Partner oder ihre Partnerin auswählen, spiegeln die Antworten sehr häufig eine gewisse Symmetrie wider. Männer, als auch Frauen geben oftmals an, dass ihr Partner, beziehungsweise ihre Partnerin der eigenen Attraktivität ebenbürtig sein sollte und dazu noch möglichst klug und beruflich erfolgreich.
Das überrascht zwar nicht, entspricht aber keineswegs der Realität. Zahlreiche Forschungen belegen: Männer und Frauen machen sich bezüglich ihres Flirt Verhaltens und ihrer Partnerwahl gleichermaßen etwas vor. Treffen Singles aufeinander, greifen immer noch Darwin'sche Verhaltensmuster, die weitgehend von der subjektiven Wahrnehmung abweichen. Eine jüngere Studie der Indiana University in Blomington belegte dies noch einmal deutlich.
Die Forscher arrangierten ein Speed Dating mit 26 männlichen und 21 weiblichen Singles in München. Bevor die Veranstaltung begann, sollten die 47 Teilnehmer aufschreiben, mit welchem Typus sie bevorzugt Flirten und wie sie sich ihren idealen Partner, beziehungsweise ihre ideale Partnerin, vorstellen würden. Die Probanden gaben als mehrheitlichen Kriterien wieder ähnliches Erscheinungsbild wie sie selbst, Klugheit, Cleverness sowie Eigenständigkeit und beruflichen Erfolg an. Von Geld, Status und der Fortpflanzung dienenden körperlichen Merkmalen war kaum die Rede.
Doch bereits beim ersten Flirten stellte sich schnell heraus, dass Männer in erster Linie auf typisch weibliche Attribute wie hübsches Gesicht, schöne Haare oder ansprechende weibliche Figur anspringen. Bei der späteren Auswertung kamen die Forscher zu dem Schluss, dass Männer eine Frau bereits als potentielle Partnerin einstufen, wenn sie sich oberhalb ihres unbewusst wahrgenommenen Attraktivität- Niveaus bewegt. Männer schließen durch die Erscheinung einer Frau schnell auf die Qualität ihrer Gene, ohne es selber zu bemerken. Persönlichkeit, Intelligenz und beruflicher Erfolg der potentiellen Partnerin war dabei, entgegen den eigenen Aussagen, nicht wirklich wichtig.
Ähnlich widersprüchliches Flirt- Verhalten war auch bei den weiblichen Probanden zu beobachten. Sie favorisierten überwiegend klar diejenigen Männer, die Durchsetzungsvermögen, Status und Fürsorge ausstrahlten. Paarten sich diese Merkmale noch mit gutem Aussehen, hatte der Kandidat schnell seinen Traummann Status erreicht. Die beteiligten Frauen der Studie waren im übrigen wählerischer als die Männer. Mit nur einem Drittel der Kandidaten würden sich die Frauen ein zweites Mal treffen wollen, die Männer dagegen mit jeder zweiten Flirt- Partnerin.
Die Ergebnisse der Speed Dating Studie deckten sich mit vielen vorhergehenden Ergebnissen und mit denen anderer Forschungseinrichtungen.
Fazit: Auch wenn wir es als vermeintlich aufgeklärte, moderne Menschen nicht wahrhaben wollen, in Puncto Partnerwahl laufen in uns unbewusst uralte Programme ab. Männer suchen überwiegend unterschwellig eine gute Mutter für potentiellen Nachwuchs und Frauen ihrerseits den besten Versorger und Überlebensgarant für die Familie.
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